Steuerliche Liquiditätshilfe für Unternehmen

Update 24.04.20

Verrechnung absehbarer Verluste für das Jahr 2020 mit Steuer-Vorauszahlungen aus dem Jahr 2019: Unternehmen, die bereits jetzt mit einem Verlust im Jahr 2020 rechnen, dürfen diese vorzeitig steuerlich geltend machen. Als Vehikel dienen die bereits geleisteten Vorauszahlungen zur Einkommen- und Körperschaftsteuer des Jahres 2019. Dabei müssen sich in wirtschaftliche Schwierigkeiten geratene Unternehmen nicht auf das Glatteis wagemutiger Vorhersagen über die zu erwartende Verlusthöhe des Jahres 2020 begeben. Vielmehr genügt eine Darlegung der wirtschaftlichen Verhältnisse aufgrund der Corona-Krise.

Weitere Bedingung: Die Steuer-Vorauszahlungen für 2020 wurden bereits auf null Euro herabgesetzt. (siehe unten mehr)

Das Finanzamt errechnet dann selbst einen angenommenen Verlustrücktrag, und zwar pauschal aus 15% der Einkünfte des Vorjahres 2019. Der so ermittelte Betrag stellt die Berechnungsbasis für die weitere Verlustverrechnung dar. Die „Technik“ der Verrechnung geschätzter prognostizierter Verluste mit den Steuer-Vorauszahlungen 2019 erläutert das Bundesfinanzministerium (in seiner heutigen Mitteilung vom 23.4.2020) an einem Anwendungsbeispiel.

Quelle: Verlag C.H.BECK

bisheriger Stand:

Um die Liquidität bei Unternehmen zu verbessern, werden die Möglichkeiten zur Stundung von Steuerzahlungen, zur Senkung von Vorauszahlungen und im Bereich der Vollstreckung verbessert. Insgesamt wird den Unternehmen die Möglichkeit von Steuerstundungen in Milliardenhöhe gewährt. Die hierfür erforderliche Abstimmung mit den Ländern darüber hat das Bundesministerium der Finanzen eingeleitet. Im Einzelnen:

  1. Die Gewährung von Stundungen wird erleichtert. Die Finanzbehörden können Steuern stunden, wenn die Einziehung eine erhebliche Härte darstellen würde. Die Finanzverwaltung wird angewiesen, dabei keine strengen Anforderungen zu stellen. Damit wird die Liquidität der Steuerpflichtigen unterstützt, indem der Zeitpunkt der Steuerzahlung hinausgeschoben wird.
  2. Vorauszahlungen können leichter angepasst werden. Sobald klar ist, dass die Einkünfte der Steuerpflichtigen im laufenden Jahr voraussichtlich geringer sein werden, werden die Steuervorauszahlungen unkompliziert und schnell herabgesetzt. Die Liquiditätssituation wird dadurch verbessert.
  3. Auf Vollstreckungsmaßnahmen (z. B. Kontopfändungen) beziehungsweise Säumniszuschläge wird bis zum 31. Dezember 2020 verzichtet, solange der Schuldner einer fälligen Steuerzahlung unmittelbar von den Auswirkungen des Corona-Virus betroffen ist.“

Das Bayerische Wirtschaftsministerium führt auf seiner Homepage aus, dass Einkommen-, Körperschaft- und Umsatzsteuer gestundet sowie Vorauszahlungen der Gewerbesteuer auf null gesetzt werden können. Bis zu einer etwaigen bundeseinheitlichen Regelung gilt Folgendes: Auf die üblichen Stundungszinsen in Höhe von 0,5 Prozent pro Monat können die Finanzämter im konkreten Einzelfall teilweise oder ganz verzichten, wenn glaubhaft gemacht wird, dass für die fehlende Liquidität die Corona-Epidemie ursächlich ist.